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Geschichten - Della Wella, das kleine Mädchen vom Malterhof Teil 9

Die Waldmarie

Woher haben diese gute Waldmarie mit 70 und Frau Wiebel mit 80 und der Mehlsepp mit 86 Jahren und andere gute Menschen so viel Kraft her, ihre Nächstenliebe in die Tat umzusetzen?

Die Einsamkeit macht die Menschen fertig. In Almenau und jetzt auch in Almenried wurde ein Verein der praktischen Nächstenliebe gegründet, wo alle Altersgruppen vertreten sind. Hier kommen Leute zusammen, die noch in nicht zu langer Zeit einsam waren und jetzt eine neue Aufgabe in diesem Nächstenliebe-Verein gefunden haben. Sie werden selbst von Tag zu Tag glücklicher, weil sie hoch anerkannt werden. Weil sie Jesus Christus als ihren Hirten erkoren haben, sind sie alle glücklich geworden. Dieses überträgt sich wieder auf andere, die sich selber schon aufgegeben hatten. So hilft einer den anderen. Weil Gott das alles gefällt, gibt er ihnen die Kraft des Heiligen Geistes.
Euer Joscha Kaprino

..."Ich bin froh das wir wieder alle zusammen sind. Der Onkel Doktor hat zu Mama Dora und mir gesagt, dass ich bald wieder gesund bin und dann kann ich wieder mit euch Fußball spielen." Alle freuten sich über diese Worte. Er kam zu mir und fragte mich nach Alban und Waldi und dem Malterhof, ich erzählte ihm von allem. Er fragte immer wieder nach den Tieren die er so liebte. "Ja Tante Wiebel und Tante Desiree haben mir auch schon viel von den Tierchen erzählt. Weist du was Joscha, Tante Wiebel und wir alle wollen ein Theaterstück einüben. Mama Dora spielt auch mit aber ich muss noch viel lernen. Ob Alban auch mitspielen kann?" "Ja sicher Malo, ich werde ihn bald fragen." Dieser gute Junge war für sein Alter schon ganz schön schlau. "Weist du was Malo, ich spreche mit Mutter Dora ob ich dich mal mitnehmen darf, auf den Malterhof." Er strahlte mit seinen Augen. "Ja, ja das wird schön." So saßen wir alle zusammen und sprachen noch ein bisschen miteinander. Es war ein herrlicher Tag. So gegen 16 Uhr verabschiedete ich mich von allen, aber vorher musste ich noch mit ihnen Kaffe trinken.

Etwas später war ich dann bei meiner Mutter im Krankenhaus. Papa war auch schon eine Weile da und wir hatten uns alle viel zu erzählen. Ich brachte meiner Mutter Kuchen vom Kinderheim mit, die Frau Hummel mir für sie mitgab. Und viele Grüße von allen im Heim." Als Schwester Clowtilde ins Zimmer kam, sah sie den schönen Kuchen. "Der sieht aber lecker aus." "Wollen sie einmal probieren, Schwester Clowtilde?" "Ach, ich nehme immer gleich zu, na ja ein kleines Stückchen kann nicht schaden." So war der Kuchen doch noch alle geworden. "Vielen Dank, der Kuchen war aber wirklich gut." "Ja den hat Frau Hummel gebacken." "Sagten sie Frau Hummel?" "Ja. Kennen sie denn Frau Hummel?" Ach die Hummel Hummel. Ja selbstverständlich kenne ich Walburga. Wir sind doch in eine Klasse gegangen. Was macht sie denn die Gute. Sie konnte immer schon gut kochen und backen. Ach sagen sie ihr die besten Grüße von mir. Was hatten wir früher alles mit unsere Gruppe für Scherze gemacht, sie war richtig auf geblüht."

Der Sonntagabend neigte sich allmählich, so dass wir uns von Mutter verabschiedeten. Es fiel uns immer schwer Mutter alleine zu lassen, aber sie wurde ja im Krankenhaus gut gepflegt. Nun war sie schon über eine Woche hier, aber bald würde sie wieder laufen können. Als wir gerade aus der Tür gehen wollten, sagte meine Mutter zu uns: "Morgen werdet ihr Tara kennen lernen." Unterwegs fragte ich Papa: "Wie wird Tara aussehen? Wenn sie so aussieht wie sie Mama beschrieben hat, ist sie ein wunderschönes Mädchen mit einem goldenen Herzen. Genau so wie das Mädchen an der Ampel." "Was meinst du damit", fragte mich mein Vater. "Ach Papa, ich habe vor ein paar Tagen an einer Ampel ein wunderschönes Mädchen gesehen. Wir hatten uns nur einige Sekunden angesehen und seither kann ich sie nicht mehr vergessen, was ist das nur?" "Ja Joscha, das ging mir damals bei deiner Mutter genau so. Wir sahen uns nur einen Moment an und da wusste ich, das ist die Frau fürs Leben. Aber wir verloren uns aus den Augen und ich war der unglücklichste Mensch der Weit. Später als wir uns wieder sahen und uns näher kennen lernten sagte sie mir, das es ihr genau so gegangen war. Wir sind dann überglücklich in eine kleine Waldkapelle in Almenried gefahren und haben Gott für diese wunderbare Fügung von Herzen gedankt. Deine Mutter und ich waren schon öfters dort um dem lieben Gott zu danken. Siehst du Joscha wenn es unser Herrgott will, dann wirst du dieses Mädchen wieder sehen."

Es ist schon etwas besonderes, so einen guten Vater zu haben. Am Montag als ich nach der Arbeit ins Krankenhaus fuhr hatte mir mein Chef einen herrlichen Strauß bunter Rosen für meine Mutter mitgegeben. Eine wahre Pracht dieser Duft. Ich danke ihnen im Namen meiner Mutter und meinem Vater, für diese wunderschönen Rosen. "Sag mal Joscha, du bist heute besonders gut angezogen. Hast du etwas vor?" "Nein, nein Chef, es ist mir heute so danach." Ich legte immer schon großen Wert auf Kleidung. In diesem Punkt bin ich vielleicht altmodisch, aber ein schöner Anzug mit einer bunten Krawatte und einem hellblauen Hemd und schwarze Schuhe macht schon Eindruck.

Als ich in mein Wagen steigen wollte, lächelte meine Chefin und sagte: "Diese Kombination deiner Kleidung könnte von einem Modeschöpfer nicht schöner sein. Das passt alles zusammen." "Danke Chefin." So fuhr ich Richtung Krankenhaus. Ich hatte schon ein wenig Zittern in den Knien, wenn ich zum erstenmal Tara sehe. Ich ging langsam die Treppe hoch und blickte mich nach allen Richtungen um. Eine unheimliche Spannung lag in der Luft. Mit klopfendem Herzen kam ich in das Zimmer meiner Mutter. "Joscha mein Junge, was hast du denn vor?" sagte Mama und lachte, "du siehst ja phantastisch aus." Ich glaube ich bin ganz rot geworden. "Ach was sind das für schöne Blumen?" Die hat mir mein Chef und die Chefin für dich mitgegeben und gute Besserung gewünscht. Sag ihnen vielen herzlichen . Papa kann heute nicht kommen. Sie haben in seiner Firma einen Auftrag der heute noch gemacht werden muss und das hat er seinem Chef versprochen. Du weist ja Papa hat immer Wort gehalten. Ach Mama ich muss dir noch etwas sagen, was du noch nicht weist. Ich habe es gestern Papa auch gesagt. Du hattest mich doch am Samstag gefragt, was mit mir los sei, weil ich etwas traurig war. Da konnte ich es dir nicht sagen. Ich wusste es ja selber nicht genau. Doch jetzt werde ich es dir sagen." Mama streichelte mir die Haare und sagte: "Du weist doch das du mir alles sagen kannst, was du auf deinem Herzen hast, denn ich habe dich sehr lieb mein lieber Junge." "Ja Mama, ich hatte ein wunderschönes Mädchen an der Ampel gesehen, aber plötzlich hatte ich sie aus den Augen verloren und ich spürte es, sie hat mich genau so gesucht wie ich sie. Ach Mama das ist alles so schwer. Ob ich sie je wieder sehe?" Da lächelte meine Liebe Mutter und sagte zu mir: "Ich glaube Jesus zu dem du immer betest hat dir geholfen." Wie meinst du denn das Mama?" Ja vor kurzem sprach ich mit einem Mädchen das großes Vertrauen zu mir hat. Sie sagte sie hätte einen Jungen an einer Ampel gesehen, den sie danach aus den Augen verloren hatte und darüber sehr traurig war, aber sie hat zu Gott gebetet und ihn um Rat gefragt. Sie hatte mir den Jungen genau beschrieben, und weist du wer dieser Junge ist? Das bist du mein lieber Joscha."

Ich konnte meine Tränen nicht mehr unter drücken. Jesus Christus, heiliger Gott, ich bin dir unendlich dankbar für deine Güte. "Mama wo ist dieses Mädchen." Ich konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen, aber Gott hatte die Gebete erhört. Die beiden Damen die mit meiner Mutter auf dem Zimmer lagen freuten sich mit mir. Ich konnte dieses Glück kaum fassen, das mir Gott diese Chance gegeben hatte, dieses Mädchen wieder zu sehen. Ich fragte: "Mutter wer ist dieses Mädchen und woher kennst du sie." Ich weis gar nicht wie viele Fragen ich auf einmal gestellt habe. Jedoch in meinem Herzen war eine Hochstimmung die ich gar nicht beschreiben kann. Da sagte Mama: "Das wird sie dir alles selber sagen." "Mama", fragte ich leise, "was ist mit mir los? So war es mir noch nie ums Herz." "Ich glaube du bist zum ersten mal verliebt. Ich kenne das Gefühl, mir ging es damals genau so, als ich zum ersten mal deinen Vater gesehen habe. Ach war das eine wunderbare Zeit und sie wird immer so sein mit deinem Vater. Die Liebe wurde immer stärker mit der Zeit und heute nach fast 22 Jahren ist unsere Liebe durch dich unendlich gewachsen.

Natürlich gab es auch mal kleine Tiefen, aber wir haben immer zusammen gehalten und so sind wir 3 eine glückliche Familie. Dein Vater und ich sind dann in die kleine Waldkapelle in Almenried gefahren und haben dem Lieben Gott gedankt. Wir waren schon oft dort um Jesus von neuem zu danken." "Mama das ist eine wunderbare Geschichte, die mir Papa auch erzählt hat und ich finde sie wunderschön." Meine Mutter blickte auf den schönen Rosenstrauß und sagte: "Jetzt ist er noch schöner als vorhin. Diese zarten Farben, von reinweiß, ins leuchtende gelb zum rubinroten Feuer der Liebe. Was die Natur durch Gotteshand erwirkt ist mit Worten nicht zu fassen. Das ganze Zimmer ist durch diesen duftenden Blumenstrauß vom Krankenzimmer zum Gesundenzimmer geworden." "Mama du bist ja eine richtige Poetin geworden." "Oh ja, die Blumen können einen schon inspirieren." So sprachen wir noch einige Zeit.

Ich hatte immer mit einem Auge auf die Tür geschaut, um zu sehen wenn Tara kommt. Plötzlich ging die Tür auf und ein junges Mädchen kam auf uns zu. Sie hatte wie alle eine Krankenschwestertracht an. Wir sahen sie alle an. Ich dachte das kann nicht Tara sein. So wie sie mir Mutter beschrieben hatte, sah sie nicht aus. Ja sie war hübsch und nett anzusehen, aber war das Tara? Einen Moment blieb das Mädchen ruhig stehen, dann sagte sie: "Ich bin Schwester Hilde, Schwester Tara ist zu einer Notoperation gerufen worden. Sie ist mit Dr. Westermann und Dr. Felsen und Schwester Ulrike im Operationssaal. Es kann noch lange dauern, so lange bin ich hier tätig." Sie war schüchtern, aber sehr freundlich. "Wenn ich was für sie tun kann, stehe ich gerne zur Verfügung."

Meine Mutter merkte mir gleich an das ich in meinem Herzen traurig war, weil Tara nicht kommen konnte. Sie tröstete mich, denn sie wusste was in mir vorging. "Weist du was Joscha, du fährst jetzt zum Malterhof, sagst allen einen lieben Gruß von mir und dann gehst du in die Felsenkapelle." "Ja Mama das ist wirklich ein guter Gedanke." Als ich am Abend in Richtung Malterhof fuhr, war es gerade 7 Uhr. Kurze Zeit später kam ich auf dem Malterhof an. Eine Freude war es wie immer als wir uns begrüßten. Dr. Mater war über Land gefahren um nach den Tieren der Bauern zu sehen. Ich fragte Frau Malter ob ich Della Wella und Alban zur Felsenkapelle mitnehmen dürfte. Sie sagte gerne ja. Es war nicht weit vom Malterhof bis zur Kapelle. Alban und Delle Wella freuten sich riesig das ich gekommen war und wir hatten uns viel zu erzählen. Wir konnten mit dem Wagen in die Nähe der Felsenkapelle fahren. Die beiden Kinder gingen andächtig zur Kapelle. Ich war mit meinen Gedanken bei Tara. Ein wunderschöner Sommerabend lag über den Felsen, eine Stille wie sie nur hier war. Da sahen wir die Waldmarie, diese funkelten Augen, dieses Lächeln in ihrem jugendlichen Gesicht, war so Iiebevoll, das unsere Herzen erblühten. Was hatte die Waldmarie sich gefreut. Sie und Kinder hatten sich viel zu erzählen.

Ich ging zur Felsenkapelle und setzte mich auf die Bank und sah das Schild: Gott hilft allen. Da berührte ich das schlichte Kreuz und war ganz mit Jesus verbunden. Wie ein Blitz durchzuckte mich ein Strahl der Hoffnung. Ich bin zu tiefst überzeugt, das Jesus mich erhört hatte. Dieser gute Hirte ist die Liebe selbst. Er der selber am Kreuz so viel gelitten hatte, weis wie es um uns steht und er hilft jedem der zu ihm aus ganzem Herzen betet. Ich weis gar nicht wie lange ich zu Gott betete, jedoch war ich sehr zuversichtlich das er mir geholfen hat. Della Wella sagte zu mir: "Bist du sehr traurig?" "Jetzt nicht mehr." Da sagte Alban: "Joscha, Jesus hilft allen die ihn bitten und du bist so gut." Die Waldmarie und die Kinder hatten mir so viel Freude gemacht. Ihre Anwesenheit war für mich ein Geschenk Gottes.

Alban hatte sich prächtig erholt von seinem schweren Schicksal. Er ging dann zur Felsenkapelle und sah uns 3 nacheinander ein paar Sekunden an. Dieser gute Junge hatte für uns gebetet. Wir hatten alle Tränen in den Augen. Jetzt wollen wir wieder heim fahren, sonst macht sich Frau Malter noch Sorgen. "Herzliche Grüße an alle", sagte Waldmarie. Dann verabschiedeten wir uns. Sie wollte den Weg bis zu ihrem Häuschen laufen. So konnte sie näher bei Gott sein. Wir werden uns bald wieder sehen.

Diese Waldmarie hatte mit ihren 70 Jahren so viel Kraft, die sie durch viele Gebete und viele praktische Hilfe noch stärken konnte. Wie oft war sie schon bei hilfsbedürftigen Menschen in jedem Alter. Sie ist in ihrem Ort Almenau sehr beliebt. Leider gibt es so viele einsame Menschen, die nicht so eine gute Waldmarie haben. Die Waldmarie hat durch ihre selbstlose Nächstenliebe in der Tat gezeigt, dass jeder, egal in welchem Alter gebraucht wird. Wenn die älteren Leute wüssten, was alles noch in ihnen steckt, dann hätten sie ihre Einsamkeit bald überwunden. In Almenau wo auch Frau Wiebel wohnt, sie ist schon 80 Jahre, gibt es immer mehr ältere Leute, die sich zusammen geschlossen haben um wieder anderen schwächeren Leuten zu helfen. Frau Wiebel die auch mit ihrer Tochter Desiree öfters im Peter Benedikt-Haus ihre Nächstenliebe praktiziert, ist die Gründerin von diesem Nächstenliebe-Verein.

Immer mehr Mitglieder jedes Alters zeigen täglich durch Gottes Hilfe ihre Barmherzigkeit. Selbst der 86 jährige Mehlsepp, der absolut am Ende war, als seine Frau vor 3 Jahren starb, ist ein vielgefragter Mann geworden, der so manchen Kindern die Spielzeuge repariert. Und alles kostenlos. Mit Hochachtung verbeuge ich mich vor diesen wunderbaren Menschen. Ich glaube fest daran, dass Jesus Christus mitten unter ihnen ist. So ist im Nachbarort Almenried auch ein Nächstenliebe-Verein gegründet worden. Pfarrer Ramon hatte oft in seinen Predigten diese einmalige gute Sache gewürdigt. Er konnte kaum seine Tränen unterdrücken. Auch er hat schon so manchem geholfen. Dr. Malter hatte schon so oft Tiere gesund gemacht ohne was zu verlangen. So hat es damals angefangen durch diese guten Menschen. Alles was man den Hilfsbedürftigen gibt, wird im Himmel 1000 Fach belohnt. Auf Erden werden sie von Tag zu Tag glücklicher.

Am anderen Abend nach der Arbeit fuhr ich mit Vater zu Mama ins Krankenhaus. Ich musste die ganze Zeit an gestern Abend denken, als ich mit Della Wella, Alban und Waldmarie in der Felsenkapelle war. Ich hatte meinen schönsten Anzug an, den mir meine Eltern zum 18 Geburtstag geschenkt hatten. Als wir die Treppe hinauf kamen blieb mein Herz...

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