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Geschichten - Die Millionäre aus dem Vogelsberg Teil 1

Die Millionäre aus dem Vogelsberg

Wer möchte nicht auch gerne Millionär sein, um all seine Sorgen vergessen zu können, doch man muss auch fest daran Glauben, so wie das Jaschko und Winni aus dem Vogelsberg taten.

Vor einem Jahr waren beide fast so arm wie eine Kirchenmaus, doch Not macht bekanntlich erfinderisch. Jaschko und Winni hatten sich vor einem Jahr in Schotten am Europaplatz kennen gelernt. Er saß auf der Bank an der Glückslinde, so wie die beiden, die Linde am Europaplatz nennen und sie sind fest überzeugt, dass die schöne Linde ihnen Glück gebracht hat. Jaschko saß an diesem Morgen auf der Bank und schaute 2 kleinen Spatzen zu, wie sie sich um die Brotkrümel stritten, die er ihnen hinwarf. Bald kamen auch noch andere Spatzen, die sich auch über die Krümel hermachten.

Nach dem die Spatzen satt waren, flogen sie auf die Linde und zwitscherten vergnüglich in den Tag hinein. Joschka hatte dann seine restlichen Brötchen in seine Plastiktüte gesteckt und wollte gerade noch einen kleinen Bummel durch die Stadt machen. Da kam ein Mädchen auf ihn zu und fragte ob er sich in Schotten auskenne, so kamen beide ins Gespräch. Ich bin die Winni, sagte sie, ich heiße Joschka. Winni wollte sich an diesem Morgen in Schotten nach Arbeit umsehen, auch Joschka war arbeitslos und ziemlich abgebrannt. Was machst du so den ganzen Tag? Fragte Winni, "oh je, meinte Jaschko, seit ich arbeitslos bin, lungere ich mal da, mal dort herum" und das nötige Kleingeld geht auch so allmählich zur neige. Da lachte Winni, " mir geht es genau so und ich will das ja auch ändern, aber ohne Arbeit ist es verdammt schwer über die Runden zu kommen. Ein Glück dass ich nicht rauche und nicht trinke, da bliebe ja überhaupt kein Pfennig übrig, so kann ich mich gerade noch über Wasser halten. Jaschko schaute Winni lächelt an und meinte, welche Arbeit suchst du denn? So ziemlich alles, Hauptsache es gibt genügend Kohle, sagte Winni lachend. Aber eigentlich ist es ja nicht zum Lachen, aber was soll's, jetzt versuche ich es mal in Schotten und wenn es wieder nicht klappt, dann weiß ich auch nicht mehr was ich machen soll.

Wie ist es denn bei dir Jaschko suchst du auch Arbeit? "Ja ständig schaue ich in die Zeitungen, aber wenn ich mich bei den Firmen melde, heißt es immer, tut uns leid, die Stelle ist schon vergeben". Was hast du denn gelernt Jaschko? (Ja liebe Leser, was denken Sie, was Jaschko für einen Beruf gelernt hat?) Hast du schon gefrühstückt, fragte Jaschko, ne, so ganz früh am Morgen bringe ich noch nichts herunter, doch jetzt bekomme ich langsam Hunger, Jaschko sagte zu Winni, hier habe ich frische Brötchen und Winni nahm sie dankend an, gerade biss sie herzhaft in das knackige Brötchen, da kamen auch schon die Spatzen aus dem Lindenbaum, die bis da hin friedlich im Baum hockten und stürzten sich über die Brotkrümeln, die von dem Brötchen abbröckelten, jetzt kamen auf einmal eine ganze Schar verschiedener Vögel, sogar Tauben waren dabei doch die kleinen Spatzen waren so flink, dass sie die Bröckchen die ihnen Winni hinwarf, sofort den anderen Vögel vor der Nase wegschnappten und in den Lindenbaum damit flogen. Jaschko sagte, sieh mal, die Kleinsten sind die Pfiffigsten, von denen kann man eine Menge lernen. So müssen wir das auch machen, meinte Winni, wir ducken uns vor den Großen, die Spatzen zeigen uns ja ganz deutlich, dass man keine Angst haben braucht, man muss sich halt nur, durchsetzen.

Das ist leichter gesagt als getan, sagte Jaschko, aber wenn man kein Geld hat, nutzt alles nichts. Winni lenkte ihre Blicke zu den Vögeln: sieh mal Jaschko die Vögel haben auch kein Geld und trotzdem leben sie und das ganz gut, so müsste man es auch mache, und warum tun wir es nicht?: Eigentlich habe ich es ja gut, meinte Winni ich habe meine eigene kleine Wohnung, so ist mir schon mal der Gedanke gekommen, eine kleine Agentur auf zu machen, "guter Gedanke, sagte Jaschko, an was hast du denn dabei gedacht, das klingt ja hoch interessant." Ich hatte schon mit meinen Eltern darüber gesprochen, und die, wahren nicht abgeneigt, aber ich hatte ihnen noch nicht genau gesagt, um was es sich da so handelt, die hatten so was wie eine Heiratsvermittlung gedacht. Was ja nicht schlecht wäre, denn geheiratet wird immer und heut zu Tage heiraten viele Leute sogar öfters, so wie meine Tante, die hat zum dritten mal geheiratet und ihr dritter Mann hat sie durch eine Zeitungsannonce kennen gelernt und sie hat einen guten Fang gemacht. "An was hast denn du so gedacht Winni" fragte ganz neugierig Jaschko "soll ich es wirklich sagen?" Ja heraus damit, das ist ja hoch spannend.

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Copyright © by Sonja und Ralph Streckhardt, Eschwege | Alle Rechte vorbehalten | Start: 21.07.2003 | Last Update: 12.04.2010