Ogham- ein altes Schriftsystem

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Bild von JL G auf Pixabay

Es ist im Ursprung kein Alphabet, kein Orakel und nicht rein heidnisch, denn auch auf christlichen Monumenten findet man Ogham- Inschriften. Eigentlich sind es auch keine Runen, denn mit Runen wird in der Regel das germanische Futhark bezeichnet. Aber was ist es denn genau? Wo kommt es her? Oder auch: Wer hat's erfunden?


Fest steht immerhin schon mal, dass es aus Irland stammt. Genau gesagt ist es gälisch. Man findet aber auch in Wales, der Isle of Men, Südengland und Schottland Ogham- Inschriften, von denen die meisten zwischen dem 4. Und 7. Jhd. entstanden sind. Insgesamt gibt es ca. 400 bekannte Inschriften, von denen ca. 1/3 allein in der Region um Kerry gefunden wurden.


Man geht inzwischen davon aus, dass Ogham die Codierung eines anderen Alphabet war, denn es existieren auch für Buchstaben, die im gälischen gar nicht verwendet werden, Entsprechungen im Ogham.


Die meisten Oghamschriften finden sich an Steinkanten (warum an den Kanten, dazu kommen wir später noch) und meistens handelt es sich dabei um Namen. Dies lässt die Vermutung aufkommen, dass es sich dabei um eine Art Grenzsteine gehandelt haben könnte, wobei auch der Gedanke an Grab - oder Gedenkstein nicht ganz von der Hand zu weisen ist.


Die Inschriften waren im Genetiv verfasst: [Der Stein des] ... Und enthielten meist genealogische Angaben, wie "Sohn des..." Und Stammesnamen. Daher sind die Steine vor allem im Hinblick auf die irische Geschichte interessant.


Das Wort "Ogham" wird häufig auf den Gott Ogma- Bruder des Dagda und Gott der Redekunst, zurückgeführt, der das System erfunden haben soll. Zumindest steht das so in einigen mittelalterlichen Schriften, aber wie so häufig wenn es um keltische Geschichte geht, ist vieles Vermutung und Interpretation von einzelnen.


Kommen wir zum "technischen Teil":


Das Ogham besteht ursprünglich aus 20 (Beith-Luis-Fern), später aus 25 Zeichen. Wir betrachten aber vorerst nur Form mit 20 Symbolen.


Das Ogham wird in vier Gruppen aus je fünf Zeichen gegliedert.


B- Gruppe Aicme Beithe


H -Gruppe Aicme Huathe


M- Gruppe Aicme Muin


A - Gruppe Aicme Ailim


(Später hinzugekommen: Die Gruppe der Doppelkonsonanten Forfeda => 25 Zeichen)


Die einzelnen "Buchstaben" sind nach einem Baum oder heimischen Pflanze benannt. Die Zuordnung des jeweiligen Baumes hat wahrscheinlich keinerlei okkultes Prinzip und beruht ziemlich sicher auf der Ähnlichkeit des Lautes mit dem jeweiligen Wort. Das würde nämlich erklären, warum den Zeichen zum Teil auch mehrere Bäume (später auch: Farben, Tiere usw.) zugeordnet werden.


(Allerdings heisst das nicht, dass es egal ist, ob wir in unserer druidischen Praxis uns der Eibe oder der Esche bedienen oder die Zuordnung völlig sinnfrei stattfand, aber dazu kommen wir später, wenn es um die Bedeutung für das Druidentum und unser modernes Druidentum im speziellen geht.)


Aufgebaut ist eine Ogham- Inschrift in etwa wie ein Baum:


Beim Ogham werden die einzelnen Buchstaben mittels einer geraden Linie druim verbunden, was gleichbedeutend mit dem Ast eines Baumes ist. Die Buchstaben an sich bilden die Zweige Flesc.


Auf Steinen und Tafeln wurde vertikal von oben nach unten geschrieben. Zumindest gilt in den meisten Fälle, denn auch hier gibt es andere Exemplare. ( Wenn wir beim Bild des Baumes bleiben wollen, würde es vermutlich eher von unten nach oben geschrieben werden, da auch ein Baum von unten wächst...) In Handschriften wird von links nach rechts geschrieben und gelesen.


Bei den Ogham- Steinen stellte die Kante häufig den "Ast" dar und die "Zweige" breiteten sich nach rechts und links aus.


B- Gruppe: Beithe, Luis, Fern, Sail, Nion

Rechts bzw. unten gerade vom Ast ausgehend


H- Gruppe: Huathe, Duir, Tinne, Coll, Queirtrt

Links bzw. oben gerade vom Ast ausgehend


M- Gruppe: Muin, Gort, Ngetal, Straiph, Ruis

Schräg von rechts nach links bzw. von oben nach unten den Ast kreuzend


A-Gruppe: Ailim, Onn, Ur, Ebhadh, Ido

Häufig als Punkte auf der Mittellinie dargestellt oder gerade den Ast kreuzend


(Die einzelnen Gruppen werden wir uns in den nächsten Wochen noch genauer ansehen.)


Die Buchstaben bezeichnet man auch als Feda (Bäume) , Konsonanten taebomnai (Seite des Baumstammes)


Häufig findet man noch zwei weitere Symbole, die nicht zum eigentlichen Ogham Alphabet gehören: Am Anfang eines Satze Eite (Feder) und am Satzende Eite thuathail (umgekehrte Feder).


Immer wieder taucht die Vermutung auf, dass zwischen dem germanischen Futhark und dem Ogham eine Beziehung besteht und auch ich habe das schon in Erwägung gezogen, aber eine Verwandschaft scheint nach einigen Recherchen vielen eher unwahrscheinlich.


Das es sich dabei um eine Geheimschrift handeln soll, ist ebenfalls eher auszuschließen. Dafür ist das lesen und verstehen zu einfach und auch die Tatsache, dass die Steine sehr exponiert aufgestellt wurden, spricht eher gegen diese Vermutung.


Ogham aus druidischer Sicht


Wie bereits erwähnt, gibt es mehrere Schriften, die sich mit dem Ogham beschäftigen. Meist geht es dabei um irischen Satzbau, Grammatik und Rechtschreibung und die meisten dieser Werke stammen aus Zeiten, in denen das Ogham längst nicht mehr verwendet wurden.


Magische Zusammenhänge sucht man in diesen Manuskripten vergeblich.


Betrachtet man aber das irische Weltbild zu dieser Zeit (und auch heute sind durchaus noch Ansätze davon zu erkennen) dass alles materielle auch eine spirituelle Ebene hat, dann liegt es doch nahe, dass mehr dahinter stecken könnt.


Und: In altirischen Geschichten tauchen sehr wohl auch immer wieder Erzählungen auf, in denen es um die "magische" Verwendung des Oghams zum Schutz, Heilung usw. geht. Allerdings ist deren Deutung nicht minder schwierig und ungenau als, wie bereits angedeutet, die Weltliche.


Daher ist es, zumindest aus meiner Sicht, notwendig, dass jeder für sich einen Weg findet um sich mit den Oghamzeichen, ihrer Bedeutung und Wirkung auseinanderzusetzen und damit zu arbeiten.


Die bekannteste Verwendung für das Ogham, dürfte das Orakeln mit Oghamstäben sein. 20 Stäbe werden mit den jeweiligen Zeichen versehen. Aus einem Beutel werden verdeckt drei Stäbe gezogen, und deutet aus diesen eine Antwort auf die Frage, die man zuvor gestellt hat.


Auch aus einem Bündel von Weidenstäben oder Tierknochen, die ähnlich einem Mikado geworfen werden, können anschließend Ogham-Zeichen gedeutet werden.


Mancher versucht sich über das Ogham mit den Baumgeistern zu verbinden. Das Celtic-Reiki, eine Form des klassischen Usui-Reiki, bedient sich bei den Oghamsymbolen. Es gibt sicher viele Möglichkeiten mit den Zeichen zu arbeiten und es liegt in jedem selbst, ob und wie er nutzt, was uns mit welchem Hintergrund auch immer, überliefert wurde. Und vielleicht habt ihr ja Lust eure Idee und Erfahrungen mit uns im Forum zu teilen!



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